GATWU Jahrestagung
am 18./19. März 2026 an der Universität Bremen
Demokratiebildung: eine Aufgabe der Arbeitslehre?!
Tagungsprogramm
Die Abstracts der einzelnen Vorträge und Workshops werden ab Anfang März an dieser Stelle veröffentlicht werden.
Anmeldung
Bitte melden Sie sich bis spätestens 28.02.2026 per Mail unter info[a]gatwu.de an.
Es freut uns ganz besonders, dass wir in diesem Jahr auf die Tagungsgebühren verzichten können. Auch werden kleine Snacks und Getränke kostenfrei bereitstehen – nur Mittag- und Abendessen müssten Sie selbst zahlen.
An dieser Stelle möchten wir darauf hinweisen, dass die Teilnahme an der Tagung für Lehrkräfte als Fortbildung anerkannt werden kann. Eine entsprechende Bestätigung stellen wir aus.
Zeitplan (Auszug aus dem Programmheft)



Call for Paper
Demokratien stehen weltweit unter Druck. Polarisierung, Desinformation, politische Radikalisierung und ein zunehmendes Misstrauen gegenüber Institutionen stellen demokratische Ordnungen vor große Herausforderungen. Auch in Deutschland mehren sich Stimmen, die sich von demokratischen Prozessen abwenden. Diese Entwicklungen machen deutlich: Demokratie ist keine Selbstverständlichkeit – sie muss aktiv verteidigt und immer wieder neu gelernt werden. Angesichts der aktuellen Entwicklung benötigt Demokratiebildung eine Revision oder gar Weiterentwicklung, um gesellschaftliche Transformationsprozesse, digitale Lebenswelten und eine Entwicklung zu größerer sozialer Gerechtigkeit aktiv mitzugestalten. Schulen sind dabei zentrale Orte der Demokratieentwicklung. Besonders die Arbeitslehre eröffnet durch ihre Lebens- und Handlungsnähe vielfältige Möglichkeiten, demokratische Bildungsprozesse zu initiieren. Als interdisziplinäres Bildungsfeld integriert sie Technische und Ökonomische Bildung, Verbraucherbildung und Berufliche Orientierung – allesamt Bereiche, in denen demokratische Teilhabe konkret erfahrbar gemacht werden kann.
Die vier Dimensionen der Arbeitslehre sind untrennbar miteinander verbunden und tragen in spezifischer Weise zur Demokratiebildung bei:
- Technische und Ökonomische Bildung ermöglichen es, technologische und ökonomische Entwicklungen kritisch zu verstehen, an der Gestaltung gesellschaftlicher Innovation mitzuwirken und Teilhabe an einer sich wandelnden Lebens- und Arbeitswelt zu erlangen.
- Verbraucherbildung schärft das Bewusstsein für individuelle Entscheidungen im Spannungsfeld von Markt, Ethik und Nachhaltigkeit.
- Berufliche Orientierung stärkt Selbstwirksamkeit, reflektierte Lebensplanung und soziale Teilhabe in der Arbeitswelt.
In allen Bereichen der Arbeitslehre finden sich demokratische Lernanlässe – sei es durch Mitbestimmung in Gruppenprozessen, kritische Auseinandersetzung mit normativen Fragen, die Reflexion über gesellschaftliche Entwicklungen oder die Gestaltung von zukunftsfähigem Handeln.
Ziel der Tagung / Publikation
Mit dem vorliegenden Call for Papers möchten wir auf unserer Jahrestagung 2026 Beiträge versammeln, die das Verhältnis von Demokratiebildung und Arbeitslehre aus theoretischer, empirischer und/oder praxisorientierter Perspektive beleuchten. Gesucht werden Beiträge, die aufzeigen, wie demokratische Bildungsprozesse im Spannungsfeld von Technik, Konsum, Beruf und Alltag gestaltet, verankert und weiterentwickelt werden können. Eine Veröffentlichung der Beiträge in Form eines Sammelbandes ist vorgesehen.
Mögliche Themenfelder (nicht abschließend):
- Interdisziplinäre Ansätze zur Demokratiebildung in der Arbeitslehre
- Demokratische Lernformen im Kontext von Berufsorientierung, Verbraucher-, Haushalts- sowie Technischer und Ökonomischer Bildung
- Partizipative Unterrichtskonzepte und Projekte
- Demokratiekompetenz als Bildungsziel in Lehrplänen und Curricula der Arbeitslehre
- Herausforderungen und Chancen demokratischer Bildung im berufsorientierten und technisch-praktischen Unterricht
- Politische Bildung im Alltag: Demokratie erfahrbar machen über lebensnahe Lernsettings
- Kritischer Konsum, Nachhaltigkeit, technologische Verantwortung und soziale Gerechtigkeit als Lernanlässe
Mit diesem Call rufen wir alle Interessierten aus Wissenschaft und Praxis auf, sich an der Tagungsgestaltung mit Vorschlägen für Workshops, Vorträge und Poster zu beteiligen.
Von besonderem Interesse sind Beiträge, die im Sinne einer integrativen Arbeitslehre verschiedene Inhaltsbereiche verknüpfen. Dies kann insbesondere auch unter Bezugnahme auf zentrale Querschnittsthemen erfolgen, die für die Stärkung von Demokratiebildung in der Lebens- und Arbeitswelt von besonderer Relevanz sind:
– Nachhaltige Entwicklung, einschließlich Klimaschutz und soziale Gerechtigkeit;
– Digitalisierung und Künstliche Intelligenz;
– Diversität und Geschlechtergerechtigkeit.
Dem Organisationsteam ist es ein besonderes Anliegen, dass möglichst alle Bundesländer mit ihrer jeweils spezifischen Situation und Beiträge aus der Schulpraxis und Wissenschaft sowie Bildungspolitik auf der Tagung vertreten sind. Mit diesem Ansatz soll die Fachtagung zu einem lebhaften Theorie-Praxis-Dialog und vitalen Kooperationen zwischen den Akteuren und Akteurinnen der Arbeitslehre und ihrer Fächerverbünde beitragen.
Zeitlich werden die Vorträge 20 Minuten dauern, die Workshops 90 oder 180 Minuten. Bitte stellen Sie Ihre Vorschläge in einem kurzen Abstract mit maximal 500 Wörtern dar. Lassen Sie uns wissen (insbesondere bei Workshop-Vorschlägen), wenn Sie besondere räumliche Voraussetzungen für Ihren Beitrag benötigen.
Bitte senden Sie Ihren Abstract als PDF-Dokument bis zum 26. Oktober 2025 an schrader@tu-berlin.de.
In der Hoffnung auf rege Beteiligung und mit herzlichen Grüßen
Eva Anslinger (für das Organisationsteam der Uni Bremen) sowie Marianne Friese und Ulf Schrader (für den GATWU-Vorstand)



