Realitäten der Bildungslandschaft

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In den sogenannten allgemeinbildenden Schulen Deutschlands gilt vielfach ein Fächerkanon als unverzichtbar, der die Arbeitswelt ausblendet. Diese inhaltliche Kanonisierung der Schule geht einher mit einem philologisch geprägten Lernmilieu, in dem das gedruckte und gesprochene Wort dominieren. Auf die Probleme der Alltagswirklichkeit bereitet eine solche Schule nicht immer genügend vor. Die Vorbereitung auf die (spezialisierte) Erwerbsarbeit oblag früher ausschließlich dem Berufsbildungssystem. Auf Hausarbeit wurde selten systematisch vorbereitet. Inzwischen ist die berufliche Normalbiographie von Auflösungserscheinungen bedroht, Hausarbeit wird anspruchsvoller und komplexer. Beide Daseinsbereiche, Erwerbsarbeit und Hausarbeit, sind durch Technologieentwicklung geprägt und stehen im Spannungsfeld von ökonomischer Rationalität und ökologischer Verantwortung. Viel zu wenig Beachtung fand in der Vergangenheit die hohe Interdependenz zwischen Erwerbsarbeit und Hausarbeit.

Seit über fünfzig Jahren gibt es das Fach oder Lernfeld Arbeitslehre, allerdings längst nicht in allen Bundesländern, nicht in allen Schulformen und oft nur im Wahlpflichtbereich. Daneben existieren – bundeslandspezifisch variierend – die Partikularfächer Technik, Haushalt, Wirtschaft, Berufsorientierung, informationstechnische Grundbildung usw.. Die fehlende Trennschärfe zwischen diesen Fächern ist zum einen kontraproduktiv, zum anderen erwiesen sich Kooperationsappelle oft als nicht einlösbar.

Die GATWU unterstützt alle curricularen und bildungspolitischen Entwicklungen, die an die Traditionen und Erfahrungen dieser Fächer anknüpfen. Sie versucht überdies alle innovativen Kräfte zu bündeln, deren weitere Marginalisierung zu verhindern und den beschriebenen Bildungsanspruch für alle Jugendlichen durchzusetzen.